Was versteht man unter dem NBIC Zeitalter?

Wir treten in ein neues Zeitalter ein. Das wir es tun, wissen heute, wo wir die ersten Schritte gehen, nur wenige. Es ist das NBIC-Zeitalter, der Beginn einer langen Reise, die mehrere Jahrhunderte andauern wird.

Welthistorisch ist das nicht ungewöhnlich. Wir durchlaufen im Augenblick die letzten Jahrzehnte eines langen Zyklus, der mit der Industriellen Revolution gegen Ende des 18. Jh. begonnen hat - ungefähr 250 Jahre.

 

NBIC beschreibt ein Zeitalter, geprägt von vier konvergierenden Technologien, der Nano-, Bio-, Informationstechnologien, der Kognitionswissenschaft. Konvergierend heißt, dass die einzelnen Wissenschafts- und Technologiefelder sich gegenseitig synergetisieren. So wird die Nanotechnologie die Medizintechnologie der Zukunft prägen, allerdings nicht als isoliertes Technologiefeld, sondern vielmehr im Verbund mit anderen Technologien, insbesondere der Biotechnologie.

 

Es mag phantastisch anmuten, aber das überragendenste Produkt der Bio-Nano-Revolution (NBIC) wird die Überwindung des natürlichen Todes, die Schaffung „ewigen Lebens“ sein.

 

Die Nanowissenschaften und andere Komponenten des NBIC-Paradigmas überwinden tendenziell die chronologische Zeit im biologischen Leben des Menschen und damit ermöglichen sie eine unaufhörliche Reproduktion der körperlichen Lebensfunktionen. Und genau dieses - die Abkopplung der Zeit von der Biologie – schafft die Zeitchancen für selbstevolutive Entfaltung.

Welche Potenziale hat die Nanobiologie?

In der Medizin entstehen aufgrund der Fortschritte innerhalb der Nanotechnologie neue Anwendungsgebiete im Nanopartikelbereich bis hin auf die Zellebene. Die Nanobiologie birgt das Potenzial, neue Diagnose- und Therapieverfahren für bisher nicht ausreichend behandelbare Erkrankungen zu verbessern. Dabei können zellulare Reparaturmechanismen aktiv beeinflusst sowie Regernerationsprozesse viel feiner gesteuert werden. Aktuelle Erfolge in der Anwendung der Nanobiologie bestätigen die Potenziale dieser noch jungen Forschungsrichtung:

 

Winzige Polymerpartikel z. B. in Medikamente sorgen dafür, dass Wirkstoffe besser an die gewünschte Destination im Körper transportiert werden. Implantate werden mit Titanpartikeln umhüllt, damit sie weniger leicht abgestoßen werden. DNA-Chips im Nanomaßstab helfen bei der Diagnose von Krankheiten. Auch Methoden zur gezielten Krebsbehandlung mit Nanopartikeln sind bereits in wissenschaftlicher Erprobung.

Warum sind die Anwendungstemperaturen in der Kryonik so tief?

Vorweg: Nach der Arrhenius-Gleichung braucht ein beliebiger chemischer Prozess, der bei Zimmertemperatur eine Sekunde benötigt, in flüssigem Stickstoff (−195,79 °C) ca. 25 Millionen Jahre.

Für die Kryokonservierung zählt, dass bei ca. -120 ° C die Glasübergangstemperatur einsetzt.

Oberhalb dieser Temperatur treten noch langsame chemische Reaktionen auf. Unterhalb dieser Temperatur wird die übliche molekulare Bewegung nahezu gestoppt. Chemiesche Reaktionen bleiben aus. Die Zeit wird für unseren Kryonauten angehalten.

Geht die Erinnerung verloren, wenn die elektrische Aktivität des Gehirns aussetzt?

Das Kurzzeitgedächtnis ist abhängig von der elektrischen Aktivität. Das Langzeitgedächtnis hingegen beruht auf dauerhafte molekulare und strukturelle Veränderungen im Gehirn.

nach C. Guyton (WB Saunders Company, Philadelphia, 1986)

Warum kann der Kryo-Konservierungsprozess noch nicht umgekehrt werden?

Die Wissenschaft ist einfach noch nicht soweit. Viele Wissenschaftler und auch wir sind aber davon überzeugt, dass es mit Hilfe zukünftiger Verfahren möglich sein wird.

 

Die klassische Sichtweise der Kryoniker geht nach der Reanimation von Heilung und Verjüngung des Kryonauten aus.

 

Wir fassen die Sichtweise weiter. Ein wichtiger Ansatz besteht darin, unsere Kryonauten unter den optimalsten Umständen in den Kälteschlaf zu versetzen und auf die Reise in die Zukunft zu schicken. Das Verfahren zur künftigen Wiederbelebung ist bei unserem heutigen - und zukünftig noch höheren - Schrittmaß der wissenschaftlich-technologischen Entwicklung schwer vorhersehbar. Möglich ist, dass dies viel einfacher geht, als wir uns heute vorstellen können. Das Brain Projekt zeigt es. Denkbar wäre, dass die Körper- und insbesondere die Gehirnstruktur gescannt wird, um diese in einen neuen Körper zu übertragen. Daher legt das Silur Institut großen Wert auf die best möglichste Einleitung und Erhaltung des Kälteschlafes.

Was sagen Wissenschaftler verschiedener Disziplinen zur Kryonik?

In einem offenen Brief vom  5. November 2005 befürworten über 61 renomierte Wissenschaftler die wissenschaftliche Legitimität der Kryonik und unterstreichen mit Ihrem Appell, dass Kryonik ein Thema für ernsthafte Forschungen ist. Der Brief umfasst über 60 Wissenschaftler, Ärzte und kryobiologische Institutionen, wie z. B. der NASA, der Cambridge Universität, Oxford Universität, Columbia Universität und der Georgetown Universität.

 

Das Anliegen der 61 Wissenschaftler

 

Kryonik ist die legitim wissenschaftlich fundierte Bestrebung, Menschen und insbesondere das menschliche Gehirn durch die beste verfügbare Technologie zu bewahren. Zukunftstechnologien zur Umsetzung der Reanimation sehen die Einbeziehung von molekularen Reparaturen durch die Nanomedizin, hochentwickelte Computertechnologien sowie detailliertet Kontrolle von Zellwachstum und Geweberegeneration vor.

 

Mit Blick auf diese Entwicklungen gibt es eine glaubwürdige Möglichkeit auf Reanimation. Voraussetzung dafür ist, dass Kryonik unter den optimalsten Bedingungen durchgeführt wird, insbesondere die neurologischen Informationen erhalten werden.

 

Die Rechte der Menschen, die sich für die Kryonik entscheiden, sind wichtig und sollten eingehalten werden.

 

Mit freundlichen Grüßen (61 Unterzeichner)

 

Die Unterzeichner dieser Erklärung umfassen alle Disziplinen, die im Zusammenhang mit der Kryonik entscheidend sind, darunter Biologie, Kryobiologie, Neurowissenschaften, Physik, Nanotechnologie und Informatik, Ethik und Theologie. Im unten stehenden PDF-Dokument sind die 61 Unterzeichner aufgelistet.

Gibt es Beispiele aus der Natur, dass Kryonik funktioniert?

Den derzeitigen ersten Podestplatz in Sachen selbst eingeleiteter Kryostase mit erfolgreicher Eigenreanimation und somit ein Weiterleben wie zuvor hält das sechsfüßige Bärtierchen (fachlich Tardigrada). Dieser eigenständige Tierstamm von sechsfüßigen mehrzelligen Kleinstlebewesen mit dem Aussehen kleiner Bären in der Größe zwischen 0,2 bis 1,4 Millimetern besteht aus einer konstanten Anzahl von Zellen. Beim Wachstum vergrößern sich die einzelnen Zellen, ohne sich zu teilen.

 

Tardigraden sind ungemein anpassungsfähige Mikrolebewesen. Sie können in unvorstellbaren Lebensräumen siedeln, die ebenso viertausend Meter in der Tiefsee als auch in Hochgebirgen jenseits von 6.000 Metern gelegen sind. Bärtierchen sind in der Lage, Extremtemperaturen zwischen rund +150 bis -250 Grad Celsius zu überleben. Verändert sich ihr Lebensraum dramatisch, können sie diese, für sie lebensbedrohende Veränderung ihrer Umgebung mit Hilfe der sog. Anhydrobiose (Bildung von Dauerstadien durch Austrocknung) über lange Zeiträume überstehen. Die Bärtierchen kugeln zu kleinen Tonnen ein, ihr Wasserhaushalt wird auf ein Minimum zurückgeführt und ihr Stoffwechsel nahezu eingestellt. Beide Werte sind selbst mit modernsten Geräten kaum noch messbar. Verändert sich der sie umgebende Lebensraum wieder zum Besseren, erfolgt das „Erwachen“ aus dem Tönnchenstadium zwischen zehn Minuten und mehreren Stunden. Die einzelnen Mechanismen und chemischen Vorgänge sind bis heute noch nicht völlig erforscht.

Gibt es Lebewesen in der Natur, die unendlich leben?

Ja, bspw. die Hydra, ein 3 cm großer Süßwasserpoloyp. Wenn sie zerstört wird, setzen sich die einzelnen Teile einfach wieder zusammen. Der eigentliche Unsterblichkeitstrick der Hydra besteht aber darin, dass sie nur aus drei verschiedenen Zelltypen besteht. So muss sie nicht mit großem Aufwand beschädigte Zellgene reparieren, sondern stößt diese einfach ab und bildet neue. Sofern Sie nicht ihren Fressfeinden zum Opfer fällt, kann sie ein unendliches Leben führen.

 


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